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Michelin schockiert über Reifenmonopol in der Moto GP

05.10.2007

Michelin-Sportchef Jean-Philippe Weber zeigte sich entsetzt über die Gerüchte um eine Einheitsreifenregel, welche in Japan die Runde machten. 

Von Carmelo Ezpelata, Chef von Promoter Dorna wurde der Vorschlag losgetreten, die MotoGP nur auf Einheitsreifen fahren zu lassen. Als Alleinausstatter in so einem Fall könnte sich wohl Bridgestone herauskristallisieren - das würde das Ende der in der Königsklasse vom Erfolg verwöhnten Franzosen von Michelin bedeuten. Verständlich, dass sich dort Unmut über die drohende Einheitsreifenregel für 2008 regte.

"Das ist für uns ein großer Schock", so Michelin-Sportchef Jean-Philippe Weber gegenüber 'Motor Cycle News'. "Wir waren sogar noch schockierter, weil wir gerade einen neuen Reifenvorschlag für nächstes Jahr gemacht haben. Wir sind davon ausgegangen, dass für 2008 noch für jeden Reifenhersteller alles offen ist. Plötzlich soll die Einheitsreifenregel schon 2008 betreffen. Wir sind darüber sehr überrascht.

Weber wünscht sich einen offenen Wettkampf

"Es ist sehr enttäuschend, weil alle Reifenhersteller zugestimmt haben, einen offenen Wettbewerb zu haben. Wir wissen, dass die Situation sehr schwierig ist, und wir hoffen, dass jedermann schlau genug ist, die richtige Entscheidung zu treffen, um den Wettbewerb für nächstes Jahr zu erhalten", macht der Franzose klar, dass man die Flinte noch nicht ins Korn wirft.

"Die MotoGP ist auf Prototypen unterwegs, hat Topfahrer und Topreifen und wir sind wirklich erstaunt, dass das so überraschend kommt. Es sieht so aus, als hätte jeder einen guten Kampf, und plötzlich will das jemand dringend ändern", so Weber, der nicht an Rückzug denkt, sondern kämpfen und Michelin wieder zurück an die Spitze führen will.

Für Honda und Yamaha könnte sich ein so erzwungener Wechsel durchaus lohnen, denn Michelin würde sehr wahrscheinlich noch etwas Zeit und Aufbauarbeit investieren müssen, um an die Spitze zurückzukehren. Das würde möglicherweise ein weiteres Jahr im Schatten von Ducati und Bridgestone bedeuten. Mit einem Reifenmonopol dürfte man sich der Spitze schneller nähern und hätte ohne großen Aufwand einen ihrer großen Vorteile abgezwackt. Doch solchen Überlegungen seitens Honda und Yamaha greift Weber warnend vor.

Würde Michelin bei einer Ausschreibung mitmachen?

"Die, die möglicherweise auf eine andere Reifenmarke wechseln, werden viele andere Probleme bekommen", so Weber. "Was uns sauer machen könnte, wäre Ende 2008 der ein Rückschluss, dass der Wettbewerb gar nicht so schlecht war. So würden wohl zwei Reifenhersteller von Bord gehen. Und das ist sehr enttäuschend, weil all diese Firmen eine Menge Geld investieren und die Technologie weiterentwickeln. Sie alle wollen sich verbessern. Etwas so überhastet zu machen, steht nicht in Einklang mit dem, was die Reifenhersteller wollen."

Weber bestätigte, dass es zu früh sei, um zu wissen, ob Michelin bei einer Ausschreibung mitbieten würde, sollte eine Entscheidung pro Einheitsreifen in Malaysia fallen.